Seit Beginn der Wetteraufzeichnungen ...

by 13 martin
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Meterologie ist schon spannend. Wer über das Wetter reden kann, hat immer ein Gesprächsthema. Das ist in Costa Rica genauso wie anderswo. In der Baumpflanzbranche und in der Landwirtschaft überhaupt geht ohne Wetter sowieso gar nichts.

Auch im Corredor haben wir ein Wetter. Die Temperatur fühlt sich stets an wie etwas zwischen 22 und 27 Grad. Ich schaue schon lange nicht mehr aufs Thermometer. Spannender wird es beim Niederschlag. Das kühle Nass von oben ist im Regenwald unberechenbar. Keineswegs regnet es jeden Tag und immer zu. Heute (Samstag) war es eher bescheiden. Gestern kam gar nichts, vorgestern vorzeigbare 42 Milimeter. Wir kennen unseren Niederschlag seit einigen Wochen ganz genau, denn wir messen nach.


Unsere Regenmessstation aus einfachen Küchenutensilien ist simpel (siehe Foto). Für die Berechnung der Werte mussten wir einige mathematische Klimmzüge machen. Ich habe selbst nicht geglaubt, dass es funktioniert. Dennoch sind unsere Werte sehr nahe an dem, was die professionellere Messröhre uns angibt (ebenfallso auf dem Foto).


Zum Aufbau: Wir verwenden einen Messbecher mit Milliliter-Skala und einen Trichter. Der Trichter fängt den Regen auf und muss deshalb möglichst horizontal platziert sein. Wir lesen jeden morgen den Wasserstand und leeren die Gefäße aus. Für alle Fälle sichern wir uns mit einer zweiten Aperatur ab und bilden am Ende den Durchschnitt.

Hobby-Meterologen wie ich geben den Niederschlag in Milimeter an, also als Längeneinheit. In handelsüblichen Messbechern misst man Volumina (Mililiter und so), was zum Kuchenbacken und Cocktailmixen sehr praktisch ist. Wie kommen wir jedoch von Millilitern zu Milimetern?

Alle, die Geometrie noch nie leiden konnten, hören bitte auf zu lesen, schreiben einen netten Kommentar und verlassen diese Seite. Die anderen dürfen jetzt den Zirkel und das Geodreieck rausholen.

Wir jonglieren erstmal mit den Einheiten herum und stellen schnell fest das 1 ml gleich 1000 Kubikmilimeter (mm hoch 3) sind. Für diese Schlussfolgerung habe ich bestimmt eine halbe Stunde gebraucht.

Jetzt ist Vorstellungsvermögen gefragt...

Nehmen wir an, dass die Trichteröffnung, durch die unser Regen fällt, die Deckfläche eines Zylinders sei und die Wassersäule die Höhe des Zylinders, so könnten wir den Niederschlag durch Messen dieser Höhe in Milimeter abmessen. Nun ist das hier nicht der Fall, vielmehr hat unser Messbecher eine eher flaschenähnliche Form und ist überhaupt nicht auf den Trichter abgestimmt.

Berechnen wir doch mal die Flächen der Trichteröffnungen. Den Durchmesser messen wir möglichst mittig mit einem Lineal. Dieser geteilt durch zwei ergibt den Radius. Radius zum Quadrat mal Pi macht aus dem Radius eine Kreisfläche.

Fast geschafft. Durchhalten!

Das Volumen eines Zylinders berechnet aus Deckfläche mal Höhe. Wir suchen die Höhe, also teilen wir das Volumen (bitte vorher in Kubikmilimeter(!) umrechnen, sonst war alles umsonst) duch die Kreisfäche. Kubikmilimeter durch Quadratmilimeter ergibt Milimeter. Ziel erreicht.

Ein Zahlenbeispiel kann ich gerne noch nachreichen.

Es ist schön Sätze anzufangen mit "Seit Beginn der Wetteraufzeichnungen..."

1 comment

Comment from: Sarah [Visitor]

Naja ich habs zumindest versucht zu verstehen ;) ich glaub ich habs sogar fast durchgeblickt, obwohl ein Zahlenbeispiel echt nicht schlecht wäre ;)
Auf jeden fall cool, dass ihr es durchzieht und immer noch messt!

14-07-16 @ 10:14