Die Frauen des Red sancarleña de Mujeres rurales – Doña Luz

by 14 selina
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Endlich raus aus Platanar! Nach den ersten drei Monaten, in denen ich hauptsächlich in Matildes Garten gearbeitet habe, beginnen wir die Projekte der Frauen aus unserer Gruppe zu besuchen. Als erstes war das von Doña Luz an der Reihe. Eine Woche bevor wir mit der Arbeit in ihrem Projekt beginnen würden, kam sie Matilde besuchen, um zu besprechen, welche Pflanzen benötigt werden, wer sie besorgt und in welchem Abstand sie zu einander stehen müssen. Noch am gleichen Tag besuchten wir das Projekt, packten die Gummistiefel ein und setzten uns in den nächsten Bus zum Barrio Lourdes.



Das Projekt von Doña Luz ist sehr groß und noch sehr leer. Es gab nur ein paar Bananenpflanzen und junge Guanabanabäume, am Boden versteckten sich Camote und Ñampi, den restlichen Platz nahm ein Meer von Unkraut ein, das uns bis zu den Knien reichte. Ich begann schon damit, mich körperlich und seelisch darauf vorzubereiten, dem Unkrautmeer mit meiner Machete zu Leibe zu rücken – und das für mindestens die nächsten zwei Wochen. Aber Matilde beruhigte mich, nur um die schon vorhandenen Pflanzen müsste das Unkraut weggeschafft werden, der Rest würde mit einer Maschine gemäht werden.

In der darauffolgenden Woche begannen wir mit der Arbeit, packten am Morgen Gummistiefel, Macheten und Arbeitsklamotten zusammen und machten uns auf zur Bushaltestelle – Matilde, Pata, Caro und ich. Bei Doña Luz angekommen stellte ich zu meinem großen Vergnügen fest, dass schon jemand mit der Maschine am Werk gewesen war und das Unkrautmeer vernichtet hatte. Nach einem gemeinsamen Frühstück machten wir uns an die Arbeit und es gab eine Menge davon. Als erstes räumten wir einige herumliegende Baumstämme weg. Sie waren zwar schon halbverfault, wogen aber immer noch eine Menge, zudem handelte es sich bei den Stämmen um ehemalige Pejibaye. Hier ein kleiner Einschub: Pejibaye sind in Costa Rica einheimische Bäume, sie können zwischen 19 und 20 Meter groß werden und ich bin mir sicher, dass sie über ein paar Ecken mit den Stachelschweinen verwandt sind, denn ihr Stamm ist über und über mit langen, starken Stacheln überzogen. Während Caro und ich mit vereinten Kräften die Stämme zuerst so gut es eben ging klein machten und dann wegzutragen, rammten sich uns regelmäßig Stacheln durch Handschuhe und Hosenbeine.

Hinzu kam die stechende Hitze und die Sonne, die auf uns herunter brannte. Als wir die Pejibayeüberreste endlich an den Rand des Gartens getragen und die Stacheln aus unseren Handschuhen gezogen hatten fühlte ich mich, als sei ich zwei mal überfahren worden. Wir gingen in den hinteren Teil des Gartens, wo bereits ein paar schattenspendende Bäume stehen, um uns keinen Sonnenstich zu holen.


Ich stieg in das kleine Bächlein, das sich am Rand des Gartens entlang zieht und begann es neu auszubuddeln, Blätter, Wurzeln und diverser Plastikmüll lagen dem Wasserstrom im Weg. Wenn es eine Sache gibt, die ich aus meiner Kindheit nicht abgelegt habe, dann ist es im Deck zu spielen und so machte es mir einen riesigen Spaß den Schlamm mit den Blättern und Wurzeln aus dem Bächlein zu schaufeln. Als ich mit dem Buddeln fertig war, Gesicht, Arme und Klamotten voller Schlammspritzer, floss das Wasser tatsächlich etwas schneller und ich bildete mit ein, dass es jetzt auch wieder klarer war.

Tatsächlich entdeckte Caro winzig kleine Fischlein im Wasser, ob das unbedingt für Wasserqualität spricht, wage ich zu bezweifeln. Denn auch das Haus von Doña Luz verfügt über eine Art von Abwassersystem, das ich schon bei mehreren Häusern gesehen habe. Das Abwasser von den Waschbecken wir einfach nach draußen geleitet, wo es einen kleinen Graben entlang läuft und irgendwann versickert.

Bei unserem nächsten Besuch zwei Tage später ging es hauptsächlich darum zu pflanzen. Wir trugen tütenweise Wurzeln, Setzlinge und Samen zur Bushaltestelle – alles aus Matildes Garten. Dies ist eines der Prinzipien der Frauen Gruppe, man hilft sich gegenseitig und tauscht Pflanzen untereinander aus. Wir brachten Avocado, Bohnen, Mais, Spinat, Papa del Aire, Ñampi und Hombre Grande. Wir pflanzten und pflanzen, mit ein bisschen Glück und gutem Wetter – sprich: genug Regen – werden wir bei unserem nächsten Besuch vielleicht schon die ersten Bohnenpflänzchen sehen können.


Nach dem Pflanzen galt es die Reste des Unkrautmeeres zu beseitigen. Zu diesem Unkraut gehört auch ein gigantisches Gras, das in großen Büscheln wächst und als Viehfutter verwendet wird. Da in das Projekt besser keine Kühe kommen sollten, konnten wir es dort nicht gebrauchen und damit es auch nicht mehr nachwächst mussten wir die Wurzeln ausgraben. Aber die Wurzeln wollten sich nicht so einfach aus der Erde holen lassen und ich brauchte schweißtreibende Minuten in den stechenden Sonne, um auch nur die kleinsten Büschel auszugraben.

Als alle Samen gesät und alle Setzlinge gepflanzt waren, hatten wir unsere Arbeit fürs erste geschafft. Nach ein paar Wochen werden wir das Projekt wieder besuchen, wieder Pflanzen mit bringen und schauen, wie alles gewachsen ist.

BlogNo:06

1 comment

Comment from: Dominique [Visitor]  

Also das hört sich erstmal ganz schön anstrengend an. Aber es ist bestimmt schön hinterher zu sehen was man so geschafft hat mit seiner Arbeit! Worin bestehen denn die Projekte bzw. was ist das genaue Ziel der Projekte?

15-02-26 @ 16:16