Vecinos

by 14 lennart
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Einer der ersten Ausflüge hier, führte uns zur ‘Finca Lalo’, mit einer kleinen Hütte in den Hügeln, umgeben von Weideland. Die Finca und die sie umgebenden Weiden sind auch Teil des Arbofilia-Korridors und mittlerweile zu einem regelmäßigen Arbeitsplatz von mir geworden. Wenn man die Hügel hochsteigt, kommt man ganz plötzlich aus dem sonst so schattigen und feuchten Wald heraus und steht plötzlich in der prallen Sonne. Überall, wo die Steigung es zulässt, musste der Wald hier Rinderweiden weichen.

Die Hütte an sich wird im Moment nur als Lagerraum genutzt. Wobei nicht einmal das so ganz stimmt, denn betreten tut die Hütte keiner mehr. ‘Gefährlich’ sei es da drin, es hätten sich Schlangen und allerlei Getier eingenistet. Wenn man jedenfalls draußen steht, und leise ist, kann man es drinnen rascheln hören. Ich vermute mal, dass es sich dort drin ein paar Fledermäuse gemütlich gemacht haben.


Polistes erythrocephalus, diese Wespe kann einem Angst machen

Ein weiterer Bewohner ist Polistes erythrocephalus. Diese etwa 2 cm große, schwarze Feldwespenart, mit auffälligem roten Kopf hat in und rund um die Hütte herum ihre Nester errichtet. Vor allem das alte, verfallene Toilettenhäuschen nebenan hat es ihr angetan, aber auch überall unter dem Dach der Hütte findet man ihre Nester. Wahrscheinlich ist auch das Innere ziemlich von der Wespe vereinnahmt. Zwar ist sie sehr ruhig und friedlich, flösst einem wegen ihrer Größe aber auch ganz schön Respekt ein. Wenn man zu nah an die offenen Waben herankommt, wird man von vielen roten Köpfen aufmerksam verfolgt, die Mandibel werden drohend geöffnet und der Hinterleib gekrümmt. Trotz ihrer Geduld können sie angeblich ziemlich schmerzhaft stechen (‘pica muy duro’ – sticht sehr hart/doll).


Innen sind viele kleine und große Nester befestigt. Jedes hat seine eigene Königin samt Hofstaat

Polistes erythrocephalus lebt wie alle Feldwespen eusozial in offenen Wabennestern. Das heisst also, es gibt eine Königin und Arbeiterinnen, die für sie arbeiten. Ab einer Größe von etwa 50 Waben werden auch Männchen produziert. Im Gegensatz zu anderen eusozialen Insekten wie Ameisen oder Bienen, kann man die (meist wenigen) Angehörigen des Nestes aber alle auf einen Blick auf den Waben sitzen sehen. Die Königin ist schwer auszumachen, da sie keine äußerlichen Unterschiede zu den anderen Weibchen aufweist, doch nur sie legt die Eier. Durch aggressives Verhalten gegenüber ihren Arbeiterinnen wird bei diesen die Ausbildung von Ovarien unterdrückt.

Bei der Gründung eines Nestes gesellen sich oft mehrere Königinnen zueinander, ab einer bestimmten Größe, setzt sich dann aber eine gegenüber den anderen durch und degradiert diese zu Arbeiterinnen. Das Nest wird mit einem dünnen, aber offensichtlich stabilen Wachsfaden befestigt und dann Wabe für Wabe ausgebaut. Ein vollständig ausgebautes Nest besitzt im Durchschnitt etwa 500 Zellen und eine Lebensdauer von 6-7 Monaten.


Auf den Nestern herrscht geschäftiges Treiben

Auf jeden Fall ist Polistes erythrocephalus ein Insekt, das sich gerne in die Gesellschaft von Menschen begibt, denn überhängende, trockene und geschützte Plätze, wie es sie in und an menschlichen Behausungen massenhaft gibt, sind nun mal ideale Neststandorte. Tropischen Starkregen, wie es sie in der Regenzeit fast jeden Tag gibt, würde so ein Nest nicht überstehen. Natürliche Standorte für Nester sind z.B. hohle Baumstämme, wobei die Art nie im Wald oder in Waldesnähe gesehen wird, sondern ausschließlich offene Habitate bewohnt. Geographisch findet man sie mit einem Schwerpunkt in Costa Rica und Panama, sie ist aber südlich bis nach Brasilien verbreitet.

Die Wespen ernähren sich von Raupen und anderen Larven und sind daher eher Nützlinge für die Menschen hier. Ich glaube zwar nicht, dass es daran liegt, aber sie scheinen von den Leuten hier zwar respektiert, aber auch toleriert zu werden. Ich habe jedenfalls noch nicht beobachten können, dass ein Nest entfernt oder eine Wespe erschlagen wurde – selbst bei Nestern an bewohnten Häusern.

Literatur:
Bellotti, A. C. 1986. Biologia y comportamiento de Polistes erythrocephalus Ltr. (Hymenoptera: Vespidae), predador del ‘gusano cachon’ de la yuca Erinnyis ello L. (Lepidoptera: Sphingidae). Acta Agron. vol. 36(1) 63-76.
Nelson, J. M. 1971. Nesting habits and nest symbionts of Polistes erythrocephalus Latreille (Hymenoptera: Vespidae) in Costa Rica. Rev. Biol. Trop., 18(1, 2): 89-98.

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