March against Monsanto

by 14 marit  

Letzten Samstag, also am 23. Mai 2015, fanden weltweit Proteste gegen Monsanto statt. In mehr als 400 Städten gingen Millionen von Menschen auf die Straße und nahmen am "March against Monsanto" teil. Auch in San José war, wie im Jahr 2013, ein Protestmarsch geplant. Damals protestierten ca. 300 Menschen gegen den Konzern.

Welchen Einfluss Monsanto in Costa Rica hat, könnt ihr in meinem letzten Blog (GMO in Costa Rica) nachlesen. Im Januar 2013 erteilte Costa Ricas Biosecurity Technical Commission dem US Unternehmen Delta & Pine Land Ltda (D&PL), einem Tochterunternehmen von Monsanto, die Erlaubnis genveränderte Organismen in Costa Rica anzupflanzen. Aufgrund von Protesten wird der Fall zurzeit vom Constitutional Chamber of the Supreme Court, geprüft.

Monsantos Monopolstellung ist eine Gefahr für die Bevölkerung und die lokalen Farmer, die gezwungen werden, patentierte Samen und gefährliche Pestizide zu kaufen. Ein zerstörerisches System, das wissen auch die Ticos. Bei den weltweit, gleichzeitig stattfindenden Protestmärschen wird der Boykott von gentechnisch veränderten Lebensmitteln und der Einsatz von schädlichen Agrochemikalien gefordert.

Der Protestzug in San José führte 2013 über den Plaza de la Cultura im Zentrum über die Avenida central zum Parque Morazán und den Nationalpark, alle im Stadtzentrum gelegen. Die Menge war motiviert und demonstrierte friedlich mit Schildern wie "queremos chicha, queremos maíz, queremos a Monsanto fuera del país" (Wir wollen chicha [ein alkoholisches Getränk], wir wollen Mais, wir wollen Monsanto aus unserem Land). Andere Plakate und Banner zeigten Aufschriften wie "Monsanto mata" (Monsanto tötet), "Seeds are free" und "la naturaleza no nesecita ser modificada" (Natur braucht nicht modifiziert zu werden).

Und dieses Jahr? Dieses Jahr suchten die Menschen in San José vergeblich nach dem Protestzug. Vereinzelne Gruppen liefen durch die Stadt, Menschen fragten auf facebook nach dem Treffpunkt. Niemand wusste so recht wie und wo. Am Ende kann gesagt werden, dass es dieses Jahr in San José schlichtweg zu keinem Protestmarsch gekommen ist. Die Organisation im Vorhinein lief schief, gewollt oder ungewollt. Es wurde nicht genug auf den Marsch aufmerksam gemacht und so fand er einfach nicht statt. Traurig.

Aber dies bedeutet nicht, dass es in Costa Rica keinen Protest gibt. Es gibt hier jede Menge kleine Gruppierungen die stetig wachsen. Kleine Fincas organicas und Permakulturen spielen dabei wohl eine der bedeutensten Rollen. Sie wissen um den Wert der Vielfalt bei Samen und häufig sind es diese wichtigen kleinen Orte voll Leben und Vielfalt und die Menschen vor Ort, die für deren Erhalt sorgen. In ihren "bances de semillas" (Samenbanken) sammeln sie Samen für die folgenden Jahre und bewahren so die natürliche Vielfalt der Pflanzen.

Für die Zukunft bleibt zu hoffen, dass die Demonstrationen in San José in den nächsten Jahren nicht genauso wie dieses Jahr verlaufen, sondern wieder besser organisiert werden.

BlogNo:09

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