Kakao in Talamanca

by 14 david
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Catie R1, ICS-95 TI im Klongarten

Der Kakao (Theobroma cacao) kommt ursprünglich aus dem oberen Amazonasgebiet zwischen Ecuador, Peru und Brasilien und hat sich von dort aus bis nach Mexiko verbreitet. Als die spanischen Eroberer 1519 die Azteken unterwarfen, nutzten diese den, ihnen heiligen, Kakao schon seit über einem Jahrhundert als Lebensmittel, Heilpflanze, Opfergabe und sogar als Zahlungsmittel. Die Spanier erkannten seinen Wert und bald darauf wurde der Kakao in vielen europäischen Kolonien angebaut, um den Bedarf des Luxusgutes in Europa zu decken.


Infizierte Kakaoschoten mit Monilia

So wurde auch die Karibikküste Costa Ricas zu einem wichtigen Anbaugebiet und einer wohlhabenden Region. Der Kakaoboom hielt so lange an, bis Anfang der achtziger Jahren die Monilia (Moniliophthora roreri) die Produktion der meisten Plantagen um 70-80% reduzierte. Niemand konnte mit der unbekannten Pilzkrankheit richtig umgehen, sodass die Sporen der Monilia in nur kurzer Zeit fast alle Plantagen Talamancas infiziert hatten.

Dadurch waren die meisten Besitzer gezwungen, ihre Plantagen aufzugeben und zu verkaufen. Dieses Land wurde von Großkonzernen wie der United Fruit Company gekauft und zum Anbau von Bananen genutzt. Neben den riesigen Bananenmonokulturen, blieben einige kleine Kakaoplantagen bestehen, dessen Besitzer den Kampf gegen die Monilia noch nicht aufgegeben hatten.


Kakao-Experte Don Oscar vor dem Klongarten

Mit der Hilfe des ‚Programa Sixaola’, einem Programm des Ministeriums für Landwirtschaft und Viehwirtschaft für die Entwicklung des Cantons Talamanca, entstanden Organisationen wie APPTA (Asociacion de Productores Pequenos de Talamanca, 1987 gegründet), die durch den Zusammenschluss vieler kleiner Produzenten eine bessere Produktion und Förderung dieser erreichen wollten. Das wichtigste Ziel war jedoch die Kontrolle und Eindämmung der Monilia auf den Plantagen der Mitglieder.

Das Programm der genetischen Verbesserung des Kakaos von Catie (Centro Agronómico Tropical de Investigación y Enseñanza) hat 7 Klone entwickelt, welche besonders produktiv und resistent gegenüber der Monilia sind. Diese Klone werden durch das ‚Programa Sixaola’ und APPTA den Kleinproduzenten zur Verfügung gestellt werden. Mit dem ‚Programa Sixaola’ finanziert das ‚Ministerio de agricultura y ganaderia’ nicht nur Klone für Fincabesitzer Talamancas, sondern unterstützt auch die Forschung von Catie und anderen Organisationen.


Vivero von APPTA

APPTA hat in den Jahren 2013 und 2014 70.000 Klone an Mitglieder und andere Abnehmer verkauft, wobei immer ein gewisser Teil des Verkaufspreises an Catie gezahlt wird, da diese im Besitz des Patentes sind. Von den 1200 Kakaosorten, die Catie entwickelt hat, besitzt APPTA nur einen Bruchteil von 58 auf der Experimentalparzelle und die 7 Klonsorten auf einer Parzelle von 2 Hektar, welche ausschließlich der Entnahme von genetischem Material für die ,Injertacion’ von Jungbäumen dient.

Die Organisation versucht die Anbau- und Erntemethoden ihrer Mitglieder zu verbessern und zu optimieren, damit diese ihre Produktion maximieren und gleichzeitig notwendige Auflagen für Zertifizierungen erfüllen. Denn je bessere Zertifizierungen eine Finca hat, desto höher ist der Marktwert ihrer Produkte. So kostet beispielsweise 1 kg konventionell hergestellter Kakao vor der Verarbeitung 300 CRC, 1 kg organisch hergestellter Kakao hingegen schon 405 CRC. Bei 932 Produzenten und 2030 Hektar Kakaoanbaufläche machen Zertifizierungen, wie Fair trade, Bioswiss und organico, große finanzielle und ökologische Unterschiede.

Diese Zertifizierungen werden von APPTA finanziert und organisiert, damit weiterhin die Qualitätsnormen der Abnehmer in den USA und der Schweiz erfüllt werden und durch weitere Zertifizierungen neue Absatzmärkte erschlossen werden können. APPTA kauft von allen Mitgliedern der Organisation den Kakao auf, verarbeitet ihn im großen Stil mit entsprechenden Mitteln und Maschinen und verkauft ihn dann als Bohne an die Abnehmer im Ausland. Durch die großen Verkaufsmengen, von bis zu 10 Tonnen pro Woche, erzielt APPTA einen viel besseren Preis für den Kakao, als die Fincabesitzer mit ihren Mengen alleine erzielen würden.


Herstellung von Bananenpuree bei APPTA

Zudem ist die Organisation bemüht, den Focus nicht nur auf Kakao zu legen, sondern eine hohe Produktdiversität zu erreichen. Agroforstsysteme bieten den Besitzern viele Vorteile und im Idealfall kann die ganze Finca mit all ihren Produkten zertifiziert werden. Zum einen sind sie, bei richtiger Handhabung, ökologisch stabiler und kostengünstiger, und zum anderen bieten sie durch eine breite Produktpalette eine gewisse finanzielle Absicherung gegenüber Preisverfall und Missernten eines Produktes. APPTA geht dabei mit gutem Beispiel voran und hat sich auch auf den Verkauf von gefrorenem Fruchtpuree aus dem eigenen Agroforstsystem spezialisiert.

Einige Freiwillige und die Organisation Arbofilia haben es mit Unterstützung der deutschen J. Rausch Kakao Stiftung ermöglicht, dass elf Leute aus verschiedenen Regionen Costa Ricas an einem Workshop in Talamanca teilnehmen konnten, der auf dem Gelände und unter der Führung von APPTA stattgefunden hat. Aber mehr dazu in meinem nächsten Blog.

BlogNo:02

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