Die Aufenthaltsgenehmigung

by manali_12  

Im September des letzten Jahres hatte ich vom Warten auf die Fingerabdrücke erzählt, jetzt ist es Mai, es sind fast acht Monate des Wartens verstrichen, seit dem Tag in der Polizeibehörde. Acht Monate, in denen für uns Freiwillige wenig Bewegung im Visaprozess sichtbar war.

Die zahlreichen Anstrengungen und Bemühungen der Koordinatorin, unseren Visaprozess voranzubringen und abzuschließen, fanden für uns unsichtbar statt, fast könnte man meinen, sie seien uns manchmal gezielt verheimlicht worden. Nach einigen kleineren Informationsbrocken, von denen ebenso nur die Hälfte stimmte, wie auch nur die Hälfte falsch war, lag in diesen Monaten die einzige größere Veränderung unseres Migrationsstatus' im Ablaufen des Einreisevisums im Dezember, wonach wir uns in Pass- und Polizeikontrollen mit einem zwar wichtig aussehenden, aber eigentlich wertlosen Blatt Papier der Migrationsbehörde aushelfen mussten, um nachzuweisen, das wir den Visaprozess begonnen hatten. Abschluss nicht in Sicht.

In jeder Busreise in den Norden log ich an der Kontrollstelle Polizisten an, die mich nach langen kritischen Blicken in meinen Reisepass fragten: "Fährst du nach San José zur Migrationsbehörde?" "Hoffentlich bald!", antwortete ich und dachte still: wahrscheinlich nicht mehr in diesem Leben, sie werden mein Visum wohl erst bewilligen, wenn ich wieder ausgereist bin.

Letztlich ging dann alles ganz schnell.

Unsere Koordinatorin informiert uns, dass wir Anfang Mai einen Termin in der Migrationsbehörde haben, reserviert ein Hotelzimmer für die Anreise am Vortag, der Termin ist morgens um 10 Uhr 30. Nach einen zwanzigminütigen Fusweg zur Bushaltestelle und etwa 30 Minuten Fahrt kommen wir gegen 10 Uhr an, werden schnell vorgelassen, Dokumente werden geprüft, Fingerabdrücke gescannt und Fotos geschossen, etwa eine Stunde Wartezeit, bis wir alle frischgedruckte, bis Ende Oktober des Jahres beschränkte Aufenthaltsgenehmigungen in der Hand halten.

Zumindest in den verbleibenden 5 Monaten können wir uns nun mit einem gültigen Dokument ausweisen, das anders als der deutsche Reisepass mit seinen Papierseiten und Stempeln aus schon bei hoher Luftfeuchtigkeit zerfießender Tinte robust genug scheint, um es immer bei sich zu tragen, und ich fühle mich erleichtert darüber.

Wie belastend ist wohl ein dokumentenloses Leben in der "Illegalität"?

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